Was sind Binäre Optionen?

Binäre Optionen sind eine relativ neue Klasse von Finanzderivaten, bei denen der Ausgang einer Anlage prinzipiell nur zwei Möglichkeiten zulässt (= binär): einen vorab feststehenden Gewinn oder den Totalverlust.

Es gibt diese Optionen seit den 1990er Jahren für institutionelle Investoren und seit 2008 für Privatanleger. Ihr binäres Grundprinzip wird in der Praxis nicht immer so strikt angewendet, wie es die Definition scheinbar vorschreibt.

So gibt es Binäre Optionen, bei denen der Broker eine Teilrückerstattung von 10 - 15 % im Verlustfall vornimmt. 

Handlungsgrundlagen für Binäre Optionen

Binary Options

Die Grundlage des Handels von Binären Optionen ist deren Ableitung von einem Basiswert. Hier bieten die Broker fast durchweg vier Anlageklassen an: Aktien, Aktienindizes, Rohstoffe und Devisenpaare.

Der Anlagekatalog (Assetindex) fällt unterschiedlich hoch aus. Bei einigen Brokern können rund 40 bis 50 Basiswerte mit Binären Optionen gehandelt werden, bei anderen sind es 200 bis 300 Assets.

Der Broker verkauft dem Trader die Binäre Option auf einen gewählten Basiswert und kauft diese nach deren Zeitablauf auch wieder zurück. Broker für Binäre Optionen sind also sogenannte Market Maker.

Binäre Optionen: Welche Arten gibt es?

Es gibt die unterschiedlichsten Möglichkeiten, eine Binäre Option zu konstruieren. Zunächst einmal läuft diese stets über einen bestimmten Zeitraum, der vom Sekundenbereich bis zu Wochen, Monaten und sogar einem Jahr reichen kann.

Des Weiteren haben sich folgende grundlegende Möglichkeiten für Binäre Optionen etabliert:

  • Call- und Put-Optionen: Diese Optionen gewinnen einen festen Betrag, wenn der Kurs des Basiswertes steigt (Call) oder fällt (Put). In der Regel schütten die Broker Gewinne zwischen rund 80 - 90 % aus. Der Grad des Kursanstiegs ist hierfür nicht entscheidend, es können nur drei oder auch 100 Punkte (Pips) gewesen sein.

  • Turbo-Optionen sind Call- oder Put-Optionen, die nur über einige Sekunden bis zu maximal fünf Minuten laufen.

  • Touch-Optionen: Für einen Gewinn bei diesen Optionen muss der Kurs des Basiswertes eine bestimmte Preisschwelle berühren, die der Broker festlegt. Die Spekulation gilt als schwierig, doch im Gewinnfall locken sogenannte High Yield Renditen von oftmals mehreren Hundert Prozent. Manche Broker bieten auch die gegenteiligen No-Touch-Optionen an.

  • Range-Optionen gewinnen, wenn der Kurs des Basiswertes in einer bestimmten Range endet. Es gibt bei manchen Brokern auch Out-of-Range-Optionen.

  • Pair Optionen vergleichen die Kursentwicklung zwischen zwei Assets aus dem gleichen Bereich, zum Beispiel zwischen zwei Automobilwerten. Der Trader gewinnt, wenn er die bessere Performance eines der beiden Assets vorausgesagt hat. Hierfür können auch beide Werte oder einer der beiden Werte gefallen sein.

Es gibt weitere Varianten bei Binären Optionen, andererseits bieten längst nicht alle Broker alle Möglichkeiten an. Im Extremfall beschränken sie sich alleine auf die Call- und Put-Optionen.

Zusatzfeatures bei Binären Optionen

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Um den Handel interessanter zu machen und für ein besseres Risikomanagement bieten die Broker vielfältige Zusatzoptionen an. Auch diese tauchen nicht bei jedem Broker auf.

Vorrangig geht es um die folgenden Features:

  • Early Closure (vorzeitiges Schließen): Der Trader kann bei einer im Gewinn liegenden Option deren vorzeitiges Schließen wählen. Dabei verzichtet er auf einen Teil des möglichen Gewinns, sichert aber einen schon bestehenden Gewinn.

  • Rollover: Hiermit verlängert der Anleger die Laufzeit einer Option, wenn diese voraussichtlich bis zum Ende ihrer Laufzeit die Gewinnschwelle nicht erreicht, das aber vielleicht später schaffen könnte.

  • Ladder: Das automatisierbare Tool der Leiter ermöglicht das prozyklische Aufstocken von Optionen. Beispielsweise werden im Aufwärtstrend fortwährend neue Call-Optionen eingebucht, wenn der Trend anhält.

  • Double Up: Viele Broker bieten an, bis kurz vor Ablauf einer Option (rund 15 bis 20 Minuten) den Einsatz auf sie zu verdoppeln. Das kann in sicheren Situationen (der Basiswert einer Call-Option ist schon sehr weit gestiegen) eine lukrative, risikoarme Möglichkeit für den Trader bedeuten, auch seinen Gewinn zu verdoppeln.

  • Option Builder: Trader können sich bei manchen Brokern ihre Option selbst konstruieren und damit ihr Risiko sehr genau steuern.

Auch hier gilt: Es gibt weitere, teilweise exotische Zusatzfeatures, andererseits bietet nicht jeder Broker jedes dieser Features an.

Binäre Optionen praktisch handeln

Binäre Optionen werden grundsätzlich OTC (over the counter = außerbörslich) gehandelt. Spezialisierte Broker bieten sie den Tradern an und kaufen sie auch von den Anlegern wieder zurück. Der Handel und die Kontoführung werden durchweg gebührenfrei angeboten.

Broker unterscheiden sich bezüglich der angebotenen Optionsmöglichkeiten und der Zahl der Basiswerte, der geforderten Mindestkapitalisierung und der Mindest- und Höchsteinsätze, der Zahlungsmöglichkeiten, eventueller Gebühren für Auszahlungen und inaktive Konten, der Boni und natürlich der gebotenen Renditen und möglicher Verlustrückerstattungen.

Eines der wichtigsten Kriterien aber bei der Brokerwahl ist die Lizenz eines Brokers und damit seine Regulierung über eine nationale Aufsichtsbehörde. Für EU-Broker hat sich als Quasi-Standard durchgesetzt, dass sie in ihrem Herkunftsland durch die dort zuständige Finanzaufsicht lizenziert und reguliert werden.

In einigen Staaten (wie beispielsweise Großbritannien, Zypern) ist die Mitgliedschaft des Brokers in einem Einlagensicherungsfonds obligatorisch oder wird sogar von der Finanzaufsichtsbehörde im Zuge der Lizenzierung gefordert (Zypern).

Viele Binärbroker haben ihren Sitz auf Zypern. Das Land lockt die Unternehmen mit sehr niedrigen Steuersätzen, die zypriotische Finanzaufsicht CySec hingegen gilt inzwischen als sehr streng. Ihre Kriterien für eine Lizenzvergabe folgen (wie die aller EU-Aufsichtsbehörden) den MiFID-Richtlinien der Europäischen Union für die Finanzmärkte, die einen sehr hohen Anlegerschutz gewährleisten.

Tendenzen beim Handel mit Binären Optionen

Der Binärhandel war in den Jahren 2008 bis 2010 relativ unreguliert, daher gab es unter den Brokern einige schwarze Schafe. Unter den Tradern machte sich daraufhin Misstrauen breit. Dieser Zustand hat sich seit etwa 2012 grundlegend geändert.

Unregulierte Broker sind praktisch nicht mehr anzutreffen. Wenn doch ein neuer Broker ohne Lizenz seine Dienste anbieten sollte, ist den Kunden dort von einer Kontoeröffnung mehr oder weniger abzuraten.

Ein weiterer Trend betrifft die Komplexität der Binären Optionen. Diese sollen ja von ihrer Grundanlage her einfach sein, doch allmählich tauchten die beschriebenen Optionsmöglichkeiten und Zusatzfeatures auf, die den Handel sehr kompliziert machen können. Dieser Trend kehrt sich seit Ende 2015 wieder um, viele Broker arbeiten mit klugen Beschränkungen.

Der dritte große Trend ist der mobile Handel von Binären Optionen, für den die Broker Apps anbieten. Das passt auch sehr gut zur unkomplizierten Geldanlage mit diesen innovativen Finanzinstrumenten.



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