Geldanlage in Differenzkontrakte oder CFD's

Differenzkontrakte Differenzkontrakte oder auch CFD (Contract for Difference) genannt sind derivative Finanzprodukte, mit denen Investoren auf Preisdifferenzen eines bestimmten Finanzinstruments spekulieren können.

Die ursprüngliche Idee bei der Entstehung von Differenzkontrakte oder CFD's war die Umgehung der Stempelsteuer, da bei CFD's kein Wertpapier gekauft sondern nur auf eine Preisdifferenz gewettet wird.

Mit einem CFD setzt man auf den Wertunterschied eines Basiswertes wie beispielsweise Aktien, Indizes, Währungen oder Rohstoffe, der zwischen der Anschaffung und dem Verkauf eines Kontraktes entsteht.

Ein CFD ist ein Hebelprodukt, d.h. der Käufer von CFD's muss nur ein Sicherheitsleistung (Marginbetrag) auf die zu Grunde liegende Position hinterlegen. Der Marginbetrag ist abhängig vom Hebel des Differenzkontraktes.

Er kann von 1% bis zu 50% der Kontraktsumme betragen. Der Hebel und der Marginbetrag kann vom Käufer selbst ausgewählt werden.

Allerdings muss der CFD Käufer sicherstellen, dass er jederzeit den Marginbetrag zur Verfügung hat. Falls sich die CFD Position gegen den Käufer entwickelt, muss der Käufer zusätzliches Geld nachschießen.

Mit CFD's kann man sowohl auf steigende Kurse als auch auf fallende Kurse spekulieren.

Differenzkontrakte werden direkt mit der herausgegebenen Bank oder Broker und nicht über eine Börse gehandelt. Es sind sogenannte OTC (over-the-counter) Produkte.

In weiteren Verlauf des Artikel zeigen wir die Chancen und Risiken von Differenzkontrakten auf und erklären anhand eines Beispiel, wie der CFD Handel funktioniert.


Wie funktioniert der CFD Handel?

Die Funktionsweise des CFD Handels und der Hebeleffekt soll anhand eines einfachen Beispiels verdeutlicht werden.

Zuerst muss sich der Anleger einen Basiswert auswählen. Der Basiswert kann eine Aktien, ein Anleihen Index, ein Rohstoff oder ein Devisenpaar sein. Danach muss er entsprechend seinen Erwartungen festlegen, ob er auf steigende oder fallende Kurse setzen möchte.

Angenommen der Anleger ist der Überzeugung, dass der Kurs des DAX (Deutscher Aktienindex) in den nächsten Tagen steigen wird. Das ist sein Basiswert. Er kauft CFDs, die bei steigenden Kursen des DAX Gewinne machen.

Umgekehrt gilt, der Anleger macht Verluste, wenn der Kurs des DAX sinkt. Der Gewinn wird dann um so größer, je weiter der Marktkurs steigt, und die Verluste desto größer, je weiter er fällt.

Das gleiche gilt, wenn der Anleger auf einen fallenden Markt setzen würde: Je mehr der Markt fällt, umso mehr gewinnt er, je weiter der Markt steigt, desto mehr verliert er.

Der CFD Broker stellt für den CFD einen Verkaufspreis und einen Ankaufspreis. Der Unterschied zwischen diesen Preisen ist bekannt als Spread. Der Broker oder die Bank behält diesen Spread für sich. Der Anleger sollte darauf achten, dass der Spread gering ist.

In unserem Beispiel steht der DAX Index bei 9500 Punkten. Als nächstes entscheidet der Anleger welchen Hebel er einsetzen möchte. In unserem Beispiel entscheidet er sich für einen 1:10 Hebel, d.h. er muss anstatt 9500 Euro nur 950 Euro als Margin hinterlegen.

Im ersten Fall steigt der DAX Index nach ein paar Tagen auf 9700 Punkte und der Anleger verkauft den CFD wieder. Der CFD hat einen Wert von 200 Euro. Es ist Differenz zwischen dem DAX Stand beim Verkauf des CFD in Höhe von 9700 und dem Stand des DAX beim Kauf des CFD in Höhe von 9500 Punkten.

Der Gewinn ist 200 Euro. Die Rendite ist 21% bezogen auf den hinterlegten Marginbetrag von 950 Euro. Hätte der Anleger die vollen 9500 Euro eingesetzt wäre der Gewinn bei gleicher Marktentwicklung nur 2.1%.

Im zweiten Fall sinkt der DAX Kurs entgegen den Erwartungen um 200 Punkte auf einen Indexstand von 9300 Punkten. Der Verlust ist entsprechend die Differenz zwischen dem DAX Indexstand zwischen Kauf und Verkauf und beträgt 200 Euro.

Der prozentuale Verlust beim CFD Kauf ist mit 21% entsprechend höher als ohne Hebel mit 2,1%.

Wenn der Anleger nicht CFDs auf Rohstoff Terminkontrakte handelt, besitzen CFDs keine natürliche Ablaufzeit oder ein Verfallsdatum. Bei Terminkontrakten entscheidet der Anleger per Positionsschließung individuell über das Ende der Haltedauer. Beim Schließen einer Position muss einfach ein Handel auf denselben Wert in die entgegengesetzte Richtung platziert werden.

Bei offenen Kontrakten ohne Verfallstermin, verkauft der Anleger einfach die CFD Positionen.


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Was sind Chancen und Risiken?

CFDs haben ganz spezifische Vor- und Nachteile, die jedem Anleger klar sein sollten, bevor in CFDs investiert wird.

CFDs haben folgende Vorteile:

  • CFDs binden viel weniger Kapital als herkömmliche Wertpapierkäufe. Man zahlt nicht den vollen Preis, sondern hinterlegt nur eine Art Depot oder Sicherheitsmarge. Dabei spricht man von einem Hebeleffekt: kleiner Einsatz, große Wirkung.

  • Mit CFD kann man sehr einfach auf fallende Kurse setzen.

  • Die CFD sind einfacher und transparenter als die herkömmlichen Optionen. Optionspreise werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst, unter anderem haben sie in der Regel ein Verfallsdatum und verlieren damit gegen Ende der Laufzeit automatisch an Wert. Der Wert des einzelnen CFD ist nur von der Kursveränderung der zu Grunde liegenden Aktie abhängig. Steigt der Kurs um einen Euro, legt auch der CFD um einen Euro zu.

  • Die CDF sind sehr günstig. Kostenelemente sind niedrige Transaktionsgebühren, geringer Spread und die Finanzierungskosten.


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Die wesentlichen Nachteile von CFDs sind wie folgt:

  • Durch den Hebel Effekt können nicht nur hohe Gewinne sondern auch hohe Verluste entstehen. Die Verluste sind theoretisch unbegrenzt. Bei Verlustpositionen besteht Nachschusspflicht, sodass immer genügend Reservekapital zur Verfügung stehen muss.

  • Beim CFD Handel besteht das Gegenparteirisiko, d.h. der Anleger vertraut darauf, dass der CFD Broker solvent bleibt und sowohl Marginbetrag und der Wert der Differenzkontrakte zurückbezahlt.

  • Für das langfristige Anlegen sind CFDs ungeeignet, da sie keine Erträge wie Zinsen oder Dividenden abwerfen, Finanzierungskosten verursachen und sehr volatil sind.

  • Der CFD Handel ist unreguliert, d.h. der Anleger kann unfairen Praktiken von Seiten des CFD Brokers ausgesetzt sein, welches zu konstanten Verlusten führen kann.


Wie kann man CFD in der Geldanlage einsetzen?

CFDs sind kostengünstige und transparente Finanzderivate, um auf kurzfristige Marktbewegungen zu spekulieren. Mit CFDs lässt sich auch auf sinkende Kurse setzen. CFDs sind daher nicht für langfristige Anleger, sondern nur für kurzfristige Spekulanten geeignet.

Der CFD Käufer muss speziell den Hebel Effekt beachten, damit er nicht mit zu viel Leverage (Kredit) spekuliert und sehr hohe Verluste vermeidet.

Die Auswahl eines seriösen und solventen Brokers ist ebenfalls von entscheidender Bedeutung. CFDs sind nur für informierte Spekulanten geeignet, die mit einem geringen Vermögenseinsatz an den Entwicklungen der Märkte partizipieren möchten.


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