Geldanlage in Zertifikate - verstehen und gewinnbringend nutzen

Was sind Strukturierte Produkte (Zertifikate)?

Zertifikate im Kommen

Strukturierte Produkte (auch Zertifikate oder Derivate genannt) sind von einem Emittenten (Herausgeber von Wertpapieren) öffentlich oder privat ausgegebene Anlageinstrumente, deren Rückzahlungswert von der Entwicklung eines oder mehrerer Basiswerte abhängt.

Als Basiswerte für Strukturierte Produkte dienen zum Beispiel Anlagen wie Aktien, Anleihen, Zinsen, Devisen oder Rohstoffe wie Gold, Rohöl, Kupfer oder Zucker.

Zertifikate setzen sich aus der Kombination einer klassischen Anlage (beispielsweise einer Obligation) mit einem derivativen Finanzinstrument zusammen.

Entsprechend der gewählten Derivatstrategie kann dadurch für jede Markterwartung (aufwärts, seitwärts, sinkend) und jedes Risikoprofil (konservativ, ausgewogen, aggressiv) ein geeignetes Produkt hergestellt werden.

Strukturierte Produkte sind sehr fexibel einsetzbar, was ihre steigende Beliebtheit bei Anlegern in den letzten Jahren begründet hat.

Welche Arten von Zertifikaten gibt es?

Es gibt eine unüberschaubare Menge von Strukturierten Produkten mit vielen Emittenten, die ihre Produkte oft unterschiedlich benennen.

Das Zertifikateuniversum lässt sich jedoch im wesentlichen in vier Kategorien einteilen:

  • Kapitalschutzprodukte: Mit Kapitalschutz-Produkten sichert man sich effizient gegen sinkende Kurse ab.

    Der Kapitalschutz beträgt in der Regel zwischen 90 % und 100 % Prozent des Nominalwerts des Produkts und gilt per Laufzeitende. Während der Laufzeit kann es zu Kursschwankungen kommen und der Kurs kann auch unter den Nominalwert sinken.

    Das Aufwärtspotenzial von Kapitalschutz-Produkten ist im Allgemeinen tiefer als bei anderen Produkten und kann begrenzt sein (Kapitalschutz-Produkte mit Cap).

    Strukturierte Produkte mit Kapitalschutz bestehen aus zwei Elementen, beispielsweise einer festverzinslichen Anlage (v.a. Anleihe, Geldmarktanlage) und einer Option.

    Ihre Kombination ermöglicht es, an der Entwicklung eines oder mehrerer Basiswerte teilzunehmen (mithilfe des Optionsteils, des Partizipationsteils) und gleichzeitig das Verlustrisiko zu begrenzen (mithilfe der Anleihe, des Kapitalschutzteils).

  • Renditeoptimierungsprodukte: Renditeoptimierungs-Produkte sind für seitwärts laufende Märkte geeignet, denn der Investor verzichtet darauf, an der positiven Kursentwicklung des Basiswerts uneingeschränkt zu partizipieren.

    Die Schwelle, bis zu der er an der Kursentwicklung des Basiswertes partizipiert, wird «Cap» genannt, ab dort sind die möglichen Gewinne «gecapped».

    Im Gegenzug für die Aufgabe des vollen Aufwärtspotenzials erhält der Investor einen Coupon (Reverse Convertible Zertifikate) oder einen Diskont auf den Basiswert (Diskont-Zertifikate).

    Eine bei den Anlegern beliebte Variante sind Aktienanleihen. Sie erhalten genaue Informationen über diese interessante Anlageform auf der Aktienanleihen Webseite.

    Falls der Basiswert stark sinkt und den Cap oder die Barriere (Barrier Reverse Convertible Zertifikate) unterschreitet, trägt der Investor gleich wie bei einer Direktanlage im Basiswert die Verluste vollumfänglich mit.

    Der bezahlte Zins oder der Diskont verschafft dem Anleger eine im Vergleich zur Direktanlage höhere Rendite, falls der Kurs des Basiswertes im Wesentlichen unverändert bleibt.

    Im Gegenzug verzichten Sie auf das maximale Ertragspotenzial des Basiswertes.

  • Partizipationsprodukte: Partizipations-Produkte nehmen grundsätzlich uneingeschränkt an der Kursentwicklung des Basiswertes teil und die Partizipation ist weder gegen oben noch gegen unten limitiert.

    Je nach Produktausgestaltung kann die Partizipation völlig gleichläufig sein (Tracker-Zertifikate) oder mit verschiedenen Zusatz-Mechanismen ausgestattet sein.

    So wird beispielsweise die Partizipationsrate bei einem Outperformance-Zertifikat ab einer gewissen Schwelle (Strike) erhöht. Im Gegenzug ist der Anleger bereit, zugunsten des Outperformance-Mechanismus auf die Dividendeneinnahmen zu verzichten.

    Beim Bonus-Zertifikat erhält der Investor die Vergütung (den «Bonus») auch wenn der Basiswert nicht steigt, sondern seitwärts verläuft. Im Gegenzug ist er bereit, auf Dividendenerträge zu verzichten, welche vom Emittenten einbehalten werden, um den Bonus-Mechanismus zu konstruieren.

  • Hebelprodukte: Hebel-Produkte eignen sich zur kurzfristigen Spekulation oder zur Absicherung.

    Die bekanntesten Hebelprodukte sind einerseits Warrants (Put und Call), die eine feste Laufzeit haben und andererseits Mini-Futures und Knock-Outs, welche bei Berührung einer Barriere (Stopp-Loss, Knock-out) vorzeitig verfallen.

    Alle Hebel-Produkte zeichnen die Kursentwicklung des Basiswertes mit einem Hebeleffekt nach.

    Während bei den Warrants auch die erwartete Volatilität einen wesentlichen Einfluss auf den Preis hat, ist dieser Einfluss bei Mini-Futures ausgeschlossen und bei Knock-Out-Produkten sehr gering.

    Bei der Investition in Hebel-Produkte ist eine regelmäßige Überwachung erforderlich. Der maximale Verlust ist auf das eingesetzte Kapital beschränkt."


Welche Vorteile haben Zertifikate?

Zertifikate haben im wesentlichen 4 Vorteile:

  • Es kann jede Marktmeinung abgebildet werden: Im Gegensatz zu herkömmlichen Anlageklassen ist mit Zertifikaten jede Marktmeinung abbildbar.

    Während Direktinvestitionen in Aktien oder Fonds nur bei steigenden Kursen Rendite generieren, können mit Zertifikaten auch bei sich seitwärts bewegenden oder sogar sinkenden Kursen positive Renditen erwirtschaftet werden. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass die zukünftige Entwicklung des Basiswerts richtig eingeschätzt wird.

  • Es kann jedem Risikoprofil entsprechend investiert werden: Zertifikate sind keineswegs nur spekulative Anlagen: Vielmehr kann jedes Risikoprofil abgebildet werden.

    Spekulative Anleger bedienen sich aus der Auswahl an Hebelprodukten. Renditeorientierte Anleger investieren in Renditeoptimierungs- und Partizipationsprodukte.

    Für konservative Anleger eignen sich kapitalgeschützte Produkte am besten.

  • Es kann in jede Anlageklasse investiert werden: Dank Zertifikaten lassen sich Investitionen in Basiswerte tätigen, die den meisten Anlegern bisher nicht zugänglich waren.

    Exotische (z. B. BRIC, Osteuropa) aber auch etablierte Aktienmärkte, Fixed Income (z. B. Bondindizes), Rohstoffe (von Aluminium bis Zink), Immobilien (Indizes, Baskets) sowie Alternative Anlageklassen(Hedge-Funds und Private Equity).

  • Es kann stets gehandelt werden: Die meisten Zertifikate sind an einer Börse gelistet, sodass sie jederzeit gekauft oder verkauft werden können.

    In der Regel stellen die Emittenten jederzeit Echtzeit-Kurse, sodass eine gute Liquidität der Zertifikate garantiert ist.


captrader_468x60i

Was sind die Risiken bei Zertifikaten?

Wie bei allen Finanzprodukten müssen auch bei Strukturierten Produkten gewisse Risiken beachtet werden.

Als erste Grundregel gilt, dass zwingend eine Vorstellung zur Entwicklung des zugrundeliegenden Basiswerts vorhanden sein muss. Nur so kann die Performance des Zertifikats abgeschätzt werden.

Ferner sind sie Finanzprodukte, die ein gewisses Verständnis der Marktmechanismen und ein Basis-Fachwissen voraussetzen. Zudem muss ein Zertifikat in den Portfolio-Kontext passen.

Die Bonität des Emittenten spielt eine zentrale Rolle. Zertifikate sind Schuldverschreibungen, für deren Erfüllung der Emittent mit seinem ganzen Vermögen haftet (kein Sondervermögen wie bei Fonds).

Die Sicherheit eines Zertifikates hängt daher von der Bonität des Schuldners (Emittenten) ab. Ansprüche aus Zertifikaten sind bei einem Konkurs der Emissionsbank in der Regel nicht privilegiert. Investoren sind normale Gläubiger der 3. Klasse, d.h. Inhabern von Anleihen oder Bonds (Obligationen) gleichgestellt.

Deshalb ist es wichtig nicht nur Zertifikate eines Emittenten (Bank) zu kaufen, sondern über mehere Banken zu streuen.


160x600 Produktfeature Silber

Jetzt hier bestellen!

4. Umschulden 160x600

de.binaryoptionsprofessor.com